Valentin - mein kleiner Prinz
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18. Brief an Valentin
18. Brief an Valentin

Mein geliebter Sohn,

mittlerweile ist es Juni geworden und Du bist schon fast drei Monate nicht mehr bei mir.

Am vergangenen Mittwoch ging es Deiner Mama gar nicht gut. Mal abgesehen von der Traurigkeit, die dieser Tag aufgrund Deiner Geburt mit sich bringt, gab es noch etwas Besonderes. Es war der Geburstag Deiner Oma. Ich glaube in all' den Jahren, die sie nun mittlerweile schon nicht mehr da ist, hat sie mir noch nie so sehr gefehlt wie in den letzten Wochen. Ich denke sehr oft an sie und an ihrem Todes- und Geburtstag in diesem Jahr war es besonders stark. Viele Erinnerungen kamen wieder hoch und ich habe sehr oft die Bilder gesehen, wie ich mich von ihr verabschieden musste. Das hat weh getan!
Vielleicht gerade deshalb, weil ich mich jetzt nach geraumer Zeit so intensiv mit dem Tod auseinandersetzen musste und mich immer wieder damit beschäftigt habe. Auch mit Verlusten, die ich in der Vergangenheit erlebt habe. Natürlich habe ich mich damals mit dem Tod meiner Mutter auseinandergesetzt und lange um sie getrauert. Doch war ich seit dem noch in keiner Extremsituation, in der ich sie so vermisst habe.
Ich glaube sie wird Dir bestätigen können, dass ich es bis hierher ganz gut gemeistert habe und ich hoffe einfach, dass sie stolz auf mich ist.

Am Donnerstag war ein Feiertag und Mama musste nicht arbeiten. Das hat mir gut gefallen. Konnte ich mich doch langsam an den Gedanken gewöhnen, dass es am drauffolgenden Tag zum Tätowieren geht
Ich war sowas von nervös und so richtig schlafen konnte ich nachts auch nicht.
Morgens nach dem Aufstehen war ich dann aber relativ ruhig und hab' mich einfach nur gefreut, dass ich nun bald etwas schaffe, dass bleibend ist.
Janina hat mich dann vom Büro abgeholt und los ging es zum Tattoo-Studio.
Dort habe ich mit Hennes (das ist der Tätowierer) nochmal kurz über die Größe des Motivs gesprochen und wo es hin soll.
Tja und dann wurde es ernst. Als ich Hennes dann noch sagte, in welchen Farben die Sternchen ausgemalt werden sollen, haben wir erstmal festgestellt, dass das Tattoo dann in den Deutschlandfarben ist. Schrift schwarz, Sternchen in rot und gelb. Ist mir beim Überlegen gar nicht aufgefallen. Komisch, dass man das naheliegendste manchmal nicht erkennt.
Hennes meinte dann auch noch, dass es zwar schmerzhaft werden würde, aber ich sicher nicht weinen müsste - er hat recht behalten.
Das Motiv wurde mir auf die linke Brust tätowiert, weil ich Deinen Namen an der Brust und in Herznähe haben wollte. Zu Beginn war es auch gut auszuhalten, aber je mehr er nach außen wanderte, um dort weiterzustechen, umso mehr hat es weh getan. Ich bin aber tapfer geblieben und nach einer guten Stunde war alles vorbei.

Hier mal ein erster Eindruck davon. Der Glanz auf dem Bild kommt von der Heilsalbe, die ich draufschmieren muss. Wenn es dann mal komplett abgeheilt ist, gibt es noch ein besseres Bild. Aber ich habe Dir ja versprochen, dass Du es sehen wirst, sobald es fertig ist.

Here it is:




Ist schön geworden, oder? Und ich sage ganz ehrlich: es hat nicht so weh getan, wie ich es mir vorgestellt habe. Und mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.
Als ich gestern bei Oma & Opa zum Grillen war wollte natürlich dort auch gleich jeder gucken wie es aussieht. Alle fanden es toll. Sogar Oma, die von Tattoos eigentlich gar nichts hält.

Dein Patenonkel war auch dort und mit ihm habe ich dann auch über den kommenden Donnerstag gesprochen. An diesem Tag findet ja die Beisetzung statt. Kevin hat sich freigenommen, so dass keinerlei Zeitdruck für ihn entsteht. Ich habe ja sowie einen Tag Sonderurlaub und auch den Tag danach habe ich mir freigenommen, weil ich glaube, dass ich den einfach brauche. Direkt nach Deiner Beisetzung kann ich nicht sofort wieder zur Tagesordnung übergehen. Das muss ich erstmal realisieren, dass das dann wirklich der Abschied war. Mittlerweile habe ich von der ökumenischen Hospizgruppe auch die Einladung zur Trauerfeier erhalten und im Nachgang mit der Dame dort telefoniert. Sie hat mir nochmal alles erklärt und auch gesagt, dass wir für Deinen Stein den Platz selbst aussuchen und ihn dort niederlegen dürfen.
Irgendwie beschert es mir ein komisches Gefühl zu wissen, dass jetzt das kommt, was nochmal richtig schwer wird. Aber da muss ich wohl durch. Ich finde aber den Gedanken schön, dass ich einen Ort habe, an dem ich Dich immer besuchen kann. Und das werde ich auch tun! Es gibt noch so viele Daten, an denen Du mir sicher noch mehr fehlen wirst, als Du es ohnehin schon tust. Vielleicht fühlt es sich besser an, wenn ich an solchen Tagen in Deiner Nähe bin.
Es gibt zwar immer Momente, wo ich über den Donnerstag nachdenke, aber sobald ich merke, dass es mir dann nicht gut geht, versuche ich diese Gedanken abzustellen. Die Nervösität und all' die anderen Gefühle wie z.B. Trauer und Wut werden sich noch früh genug einstellen und ich möchte sie nicht schon ein paar Tage mit mir rumschleppen.
Zwischendurch habe ich sogar mal in Frage gestellt, ob es nicht ein Fehler war Dich als Sternenkind zu bestatten. Ich hätte Dich auch nach Emmerich holen können, damit Du hier ein Grab bekommst. Das hätte aber bedeutet, dass Du alleine gewesen wärst und ich mich jahrelang (also mindestens 10) um das Grab hätte kümmern müssen. Ich möchte diese Verpflichtung aber gar nicht eingehen. Nicht, weil Du es nicht wert bist, sondern weil ich dann zu Dir gehen möchte, wenn ich es will und nicht, weil ich muss. Der einzige Vorteil wäre, dass Du ganz nah bei Deiner Mama bist.
Aber das bist Du ja sowieso schon. Was gibt es mehr an Nähe, als dass ich Dich ganz tief in meinem Herzen trage? Du bist "nur" nicht körperlich bei mir...leider!

Mein Schatz, Du merkst, dass es noch ganz viele Dinge im Zusammenhang mit Dir gibt, die Deine Mama beschäftigen.
Viele Fragen, auf die ich noch keine Antworten habe. Möglicherweise gibt es auf die ein oder andere auch keine, aber auch das muss ich noch herausfinden. So viele Träume, für die ich keine Erklärung habe; Gedanken, die mich nicht loslassen. Und zwischendurch immer das Gefühl, dass das alles nicht real ist. Wenn ich mir dann eingestehe, dass es das durchaus ist und das wir beide die Hauptrolle in diesem Drama spielen, dann ist alles wieder da...Wut, Trauer, Schmerz und Leere.

Am Donnerstag gehen wir zum letzten Mal ein Stück Weg gemeinsam und das wird sicher nicht leicht. Das einzige, was ich aber jetzt schon weiß ist, dass ein anderer Weg weitergehen wird.
Einer, den ich alleine - ohne Dich - gehen muss und werde, Dich dabei immer tief im Herzen!

In tiefer Liebe,
Deine Mama

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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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