Valentin - mein kleiner Prinz
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(c) KeHe 2010
20. Brief an Valentin
20. Brief an Valentin

Mein geliebter Sohn,

nun ist Deine Beisetzung schon über eine Woche her und irgendwie kann ich das noch gar nicht so wirklich realisieren, dass es nun "zu Ende" sein soll.

Auch wenn ich den Tag gut überstanden habe, so schmerzt der Gedanke daran sehr. Wie so kleine Nadeln, die ins Herz gepiekst werden.

Dieses Gefühl zog sich durch die ganze Woche und hat sicher auch mit dazu beigetragen, dass es mir seit Freitag eigentlich gar nicht gut geht.

Ich werde mal versuchen es Dir der Reihe nach zu erzählen.

Das Wochenende nach Deiner Beisetzung habe ich mir Ruhe gegönnt und eigentlich nichts getan, außer am Sonntag mit Janina das erste Gruppenspiel der deutschen Nationalelf bei der WM 2010 zu sehen. Am Montag ging es dann gleich nach Frankfurt, wo ich einen ganztägigen Workshop hatte. Eigentlich wäre am Dienstag auch einer gewesen, daran konnte ich aber leider nicht teilnehmen, weil ich den ganzen Tag vom Chef eingespannt wurde. Wir mussten eine dringende Unterlage fertigstellen und das hat sich hingezogen.
Abends hab' ich mich dann auf den Heimweg gemacht und dank diverser Verspätungen der deutschen Bahn war ich erst um kurz vor 23 Uhr zuhause.

Mittwoch war dann wieder Düsseldorf-Tag und an und für sich war da auch alles okay.

Donnerstag ging es dann erneut Richtung Frankfurt. Da mein Termin bereits um 9 Uhr beginnen sollte, hieß das für mich den Zug um 5.34 Uhr zu erwischen. Das wiederum bedeutete um 4.15 Uhr aufzustehen. Du kannst Dir meine Begeisterung sicher vorstellen.

Freitag war ich dann wieder im Büro in Düsseldorf. Mittags haben wir mit mehreren Kollegen das zweite Gruppenspiel der deutschen Elf gesehen. Diesmal ging es gegen Serbien und leider haben sie das Spiel verloren, obwohl das nicht hätte sein müssen. Genügend Chancen für einen Sieg hatten sie auf jeden Fall.

Während des Spiels ist mir mal kurz durch den Kopf gegangen, ob Du Dich wohl auch für Fußball interessiert hättest. Ist ja fast "normal" für einen kleinen Jungen. Die meisten wollen doch Fußball spielen. Ich hatte mir auf jeden Fall die ganze Schwangerschaft über immer vorgestellt, dass Du ein kleiner Fan wirst und natürlich hätte ich schon im Babyalter dafür gesorgt, dass Du das auch vom richtigen Verein bist (es lebe der S04 )!

Nachmittags hatte ich dann einen Termin bei Frau Hotz-Wegner und ich habe mich wirklich drauf gefreut. Ich hatte ihr so viel zu erzählen. Die Zeit verging wie im Flug und wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich bestimmt bis in den Abend dort gesessen. Sie hat mich natürlich gefragt, wie ich Deine Beisetzung empfunden habe. Ich habe es ihr genauso berichtet, wie Dir auch. Natürlich habe ich ihr auch mein Tattoo gezeigt und sie fand es sehr gelungen und schön.
Sie hat mir auch erzählt, dass Frau Dr. Perdikouli wohl Deine Homepage besucht und von den Fotos gelesen hat. Sie möchte sie auch gerne sehen und beim nächsten Termin bei Frau Hotz-Wegner werde ich diese dann mitnehmen.

Schon auf dem Weg zu Frau Hotz-Wegner hatte ich mir überlegt, dass ich Dich auf jeden Fall besuchen will und das habe ich dann auch getan.
Als ich dem Friedhof immer näher kam machte sich ein ganz beklemmendes Gefühl breit. Es war so, als hätte ich zig Steine auf der Brust liegen und könnte nicht atmen.
Dort angekommen wurde es nicht wirklich besser. Im Gegenteil!
Nachdem ich noch eine weiße Rose besorgt und mich auf dem Weg zum Grab gemacht hatte, liefen mir schon die Tränen runter.
Diese riesengroße Traurigkeit hat einfach Besitz von mir ergriffen und ich konnte es nicht abstellen.

Ich hoffte einfach nur, dass ich an Deinem Grab allein bin und das war ich auch. So konnte ich Dir in aller Ruhe erzählen, wie es mir geht und wie sehr ich Dich vermisse. All' das, was mir auf dem Herzen lag bin ich losgeworden. Es klingt vielleicht total kitschig, aber ich habe wirklich vor Deinem Grab gehockt in den Himmel gesehen und mich gefragt, auf welcher Wolke Du grad sitzt und zu Deiner Mama runterschaust.

Noch sieht das Grab so aus, wie kurz nach der Beisetzung. Ich denke im Laufe der Zeit wird es dann ähnlich aussehen wie die anderen und nach mehreren Besuchen (durch mich und andere Eltern) wird es dann auch schön bunt werden. Der Anfang ist schon gemacht, denn es steckten schon Blumen in dem Sandberg und auch ein Schmetterling.

Mama hat Dir eine weiße Rose und einen grünen Schmetterling mitgebracht. Während ich so dagesessen und auch die anderen Gräber betrachtet habe, reifte die Idee, dass ich auch gerne ein Lämpchen auf das Grab stellen würde. So eins, wo man Kerzen reinstellen kann. Aber ich hätte das gerne als Engel oder Stern. Ich kenne jemanden, der sowas anfertigen könnte und den werde ich mal kontaktieren und vielleicht bring' ich es Dir dann schon ganz bald mit.

Du möchtest sicher wissen, wo sich Deine letzte Ruhestätte befindet und wie sie aussieht, oder?
Mittlerweile kennst Du Mama gut genug, um wissen zu können, dass ich nicht weggegangen bin, ohne Fotos zu machen.

Ich zeige Dir also jetzt mal, wo Du "wohnst" und wie es dort aussieht. Sind nur ein paar Fotos, die anderen befinden sich in der Galerie (http://www.kleiner-prinz-valentin.net/Galerie/kat-9.htm), wo sich Deine Homepage-Besucher noch mehr ansehen können.



Das ist die Skulptur mit den Steinfindlingen in der Mitte des Gräberfeldes.



Dies ist Deine letzte Ruhestätte.



Eine weiße Rose und ein Schmetterling für meinen kleinen Schatz!



In diesem Rondell haben Kevin und ich Deinen Stein niedergelegt.

Es fiel mir sehr schwer, den Friedhof zu verlassen. Zum Einen, weil der Tränenstrom nicht versiegen wollte und zum Anderen, weil ich Dich nicht allein lassen wollte.
Irgendwie hab' ich es dann doch geschafft zu gehen und nach Hause zu fahren.

Als ich am Samstag beim Einkaufen war, gab es dort schöne bunte Windräder und natürlich hab' ich gleich eins eingepackt. Diana hatte Kassendienst und als sie das Windrad gesehen hat meinte sie, dass ich das dortlassen könnte, sie hätte schon eins für Dich gekauft. Das hat mich überrascht und gleichzeitig auch gefreut.

Der Samstag war überhaupt nicht mein Tag. Ich bin schon mit extrem schlechter Laune aufgestanden und bin die auch den ganzen Tag nicht mehr losgeworden. Nach dem Einkauf habe ich noch kurz den Haushalt ein wenig auf Vordermann gebracht und mich dann wieder ins Bett gelegt. Die Augen blieben auch zu, nur schlafen konnte ich nicht. Meine Gedanken kreisten ständig um Dich! Ich habe Dich gesehen, in der Krankenhauskapelle, auf den Bildern!
Irgendwann liefen dann auch wieder Tränen und ich habe mir nicht mehr die Mühe gemacht sie abzuwischen.
Ob sich so Depressionen anfühlen? Hab ich welche? Oder war es einfach "nur" ein schlechter Tag? Ich habe keine Ahnung!

Am Montag muss ich zu Dr. Lübbers. Ich werde die Fotos mitnehmen und ihm zeigen - sofern er sie dann sehen möchte. Und natürlich werde ich ihn fragen, was das am Samstag war. Vielleicht gibt es ja wirklich einen medizinischen Grund dafür.

Nun sind es auch nur noch gut zwei Wochen, bis Mama Urlaub hat. Genau in diesen Urlaub fällt auch der errechnete Entbindungstag. Frau Hotz-Wegner hat mich am Freitag schon gefragt, wie ich diesen Tag verbringen möchte. Ehrlich gesagt weiß ich das noch gar nicht. Ich werde sicherlich allein sein wollen. Vielleicht gehe ich Dich besuchen. Evtl. auch in den Zoo. Muss ja mal schauen, wie es den Erdmännchen geht. Könnte auch sein, dass ich einfach zuhaus im Bett bleibe und gar nix mache, sondern meinen Gedanken hinterhängen werde. Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als diesen Tag auf mich zukommen zu lassen.
Wie eigentlich jeden Tag!

Lieber Valentin, nach wie vor freue ich mich darüber, dass Deine Reise nun ein Ende gefunden hat. Andererseits macht es mich auch unglaublich traurig. Du fehlst mir!

In tiefer Liebe,
Deine Mama
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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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