Valentin - mein kleiner Prinz
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(c) KeHe 2010
21. Brief an Valentin
26. Juni 2010
21. Brief an Valentin

Mein geliebter Sohn,

heute ist für unsere Freunde Sabine & Marco ein ganz besonderer Tag. Sie geben sich das Ja-Wort.
Ich freue mich unendlich für die beiden und ich hoffe, dass sie einen wunderbaren Tag erleben und eine tolle Zukunft vor sich haben werden.

Mama ist auch eingeladen. Doch ich fühle mich heute einfach nicht in der Lage an einer solchen Feierlichkeit teilzunehmen. Ich weiß, dass mich dort die ein oder andere Schwangere erwartet sowie auch kleinere Kinder. Der Gedanke an diesen Anblick treibt mir jetzt gerade schon wieder Tränen in die Augen. Mir geht's bei der Vorstellung an das Aufeinandertreffen einfach nicht gut. Ich weiß, dass Bine sich wünschen würde ich wäre dabei. Andererseits bin ich mir aber auch sicher, dass sie versteht, warum ich es nicht bin.

Ich versuche nach wie vor, Situationen aus dem Weg zu gehen, die mir nicht gut tun. Die Angst vor dem Schmerz und vor dem Aufreißen von Wunden, die langsam verheilen ist einfach zu groß.

Das mag für manche falsch sein, doch ich fühle, dass es für mich derzeit das richtige ist.

Gestern abend hatte ich ein sehr langes Telefonat, in dem wir über's Leben philosophiert haben, Über das Leben nach dem Tod, ob es das überhaupt gibt, was einen da erwartet und wie man dahin kommt, den Sinn des Lebens für sich zu erkennen. Die Meinungen gingen ziemlich auseinander.

Natürlich warst auch Du Thema und es gab Momente, in denen ich mich gänzlich unverstanden fühlte. Es wurde mir nahegelegt, aufzuhören zu trauern, weil Du jetzt an einem Ort bist, an dem es Dir gut geht und dass kein Grund dafür da ist, dann weiter zu trauern.
Ich sehe das etwas anders. Ich trauere weil ich jemanden vermisse, der nicht mehr zurückkommen wird. Nämlich Du! Und das habe ich entschieden. Und ich denke nach wie vor, dass es für uns die richtige Entscheidung gewesen ist.

Ich habe auch versucht das in dem Gespräch verständlich rüberzubringen. Was mir durch den Kopf gegangen ist, welche Fragen ich mir gestellt habe usw.
Ein Punkt war ja für mich auch, was z.B. geschieht, wenn mir etwas passiert. Wer kümmert sich um Dich?
Wenn Du leben würdest und ich läge im Sterben und hätte nur noch einen Gedanken, dann wäre das der, dass ich mich um Dein Wohl sorge. Nicht um das Wohl anderer, die ich ebenfalls liebe. Und genau das war dann der Punkt, der meinen Gesprächspartner wahrlich schockiert und enttäuscht hat.

Es war ein total verzwicktes Gespräch und wir haben das dann auch abgebrochen.

Mich hat es die ganze Nacht noch beschäftigt und nicht wirklich losgelassen. Das wird wohl auch noch etwas so sein. Es war irgendwie aufreibend und teilweise auch sehr emotional und ich schätze, dass ich noch öfter darüber nachdenken werde, worüber wir gesprochen haben.

Eins ist mir auf jeden Fall sehr schnell klar geworden: Ich werde mich - was meine Trauerarbeit angeht - von niemandem unter Druck setzen lassen. Es dauert eben so lange, wie es dauert. Ich habe es schon einmal erwähnt und ich tue es gerne wieder: Wenn ich der Meinung gewesen wäre, dass mein Leben ohne Dich nicht mehr lebenswert ist, dann hätte ich mich mit Dir zusammen aufgehangen oder sonstwas getan.
Das habe ich aber nicht, weil das Leben durchaus noch lebenswert ist. Mit der Erinnerung an Dich!

Es ist doch so, dass ich meinen weiteren Lebensweg durchaus sehe, aber eben nur verschwommen. Mir fehlt es noch an Kraft und Energie, um klar sehen zu können. Das wird noch kommen, dessen bin ich mir sicher.

Ich habe mein Kind verloren, auch wenn ich das selbst so entschieden habe und wie ich Dir schon gesagt habe, zweifel ich nicht einen Moment daran, dass es richtig für uns war. Trotzdem wird mir doch wohl gestattet sein, dass ich um Dich trauere, weine, Dich einfach vermisse.
Und es gibt halt Tage, da fühle ich mich so, als könnte ich Bäume ausreißen und andere, wo ich mich eben nicht so toll fühle.

Eine schwere Zeit liegt hinter mir und ich habe sie gemeistert und das macht mich stolz auf mich selber. Auch wenn man nicht auf andere schauen soll, aber ich bin davon überzeugt, dass andere daran zerbrochen wären. Das bin ich aber nicht! Um meinetwillen!

In einem meiner Briefe habe ich Dir mal geschrieben, dass das alles wohl eine Prüfung sein soll, deren Sinn ich aber noch nicht wirklich sehe. Der Meinung bin ich immer noch und noch immer sehe ich nicht unbedingt den Sinn dahinter. Vielleicht werde ich das irgendwann mal. Aber zur Zeit eben noch nicht.

Ich merke gerade, dass ich sehr durcheinander schreibe und ich hoffe, dass Du mir noch einigermaßen folgen kannst.
Aber ich bin auch durcheinander. Muss über so viel nachdenken. Für mich entscheiden, in welche Richtung des Lebens ich gehe und mit welchem Ziel.

Doch ich werde das alles langsam tun. Dann wenn ich das möchte und Schritt für Schritt.
Ich selber weiß, dass der Weg, den ich eingeschlagen habe richtig und gut ist und dass ich ihn gehen kann und werde.

Du merkst, auch in dieser Woche war es wieder aufregend und es gibt immer noch viele Momente, die mich bewegen. Gerade dann, wenn es um Dich geht. Oder das, was mit uns in Zusammenhang steht.

Nun mal zu etwas anderem:

Ich habe an einem der vergangenen Tage den Hinweis bekommen, dass es wünschenswert wäre, wenn ich die Briefe an Dich datiere. Ab heute werde ich das dann auch tun.

Lieber Valentin, ich denke viel an Dich und das sind die Sekunden an einem schlechten Tag, in denen ich mich dann etwas besser fühle. Genauso ist es, wenn ich die Briefe an Dich schreibe.
Du bist und bleibst in meinem Herzen und ich liebe Dich. Auch wenn wir keinerlei Zeit miteinander hatten und ich eigentlich gar nichts über Dich weiß, so hast Du doch mein Leben geprägt und in eine andere Richtung gelenkt. Dafür danke ich Dir!

In tiefer Liebe,
Deine Mama


30. Juni 2010
Nachtrag:
Mama hat ganz vergessen Dir mitzuteilen, dass am 26. Juni Dein Patenonkel Kevin Geburtstag hatte. Er ist 23 Jahre jung geworden.
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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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