Valentin - mein kleiner Prinz
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(c) KeHe 2010
24. Brief an Valentin
17. Juli 2010
24. Brief an Valentin

Mein geliebter Sohn,

die Zeit fliegt nur so dahin. Bereits 5 Wochen ist es her, dass Du an Deinem "Zielort", dem Nordfriedhof in Düsseldorf, angekommen bist.
Diesen Moment des Abschieds erlebe ich - gerade in den vergangenen Tagen - sehr oft nochmal. Ich sehe den Sarg in der Kirche stehen, kann mich sehr gut an die Predigt der beiden Geistlichen erinnern und daran, wie ich vor dem Grab stehe und mich nicht traue wegzugehen, weil es so endgültig erscheint.

In dieser Woche war ich nicht bei Dir und das tut mir unendlich leid. Ich hatte es mir für gestern so fest vorgenommen, aber aufgrund der derzeitigen Wetterlage habe ich den Heimweg angetreten, anstatt Dich zu besuchen. Ob Du es glaubst oder nicht, ich habe deswegen wirklich ein schlechtes Gewissen. Aber ich verspreche Dir hiermit, dass ich am Mittwoch kommen werde.

Wie ich soeben erwähnte, herrschte diese Woche totales Wetterchaos in NRW. Montag hat es schon sehr heftig gestürmt und den ein oder anderen Baum entwurzelt. Hier in unserem Gebiet war es aber am Mittwoch deutlich heftiger.
Montag bis Mittwoch war Mama in Frankfurt und ich habe vorsorglich die Heimreise etwas früher angetreten als geplant, damit die Möglichkeit besteht, überhaupt noch in die Nähe von Zuhause zu gelangen. Das hat mehr oder weniger gut geklappt. Ich bin letztlich in Oberhausen "gestrandet". Dort habe ich einige Mitpendler getroffen, die das Auto in Wesel stehen hatten, da bereits morgens kein Wegkommen aus Emmerich war. Also musste irgendwie organisiert werden, dass wir von Oberhausen nach Wesel kommen. Letztlich blieb nur das Taxi übrig. Überall herrschte Chaos: entwurzelte Bäume, Verkehrsschilder, die mitten im Weg lagen und dazu dieser ewige Regen. Irgendwann waren wir dann aber in Wesel angekommen und von dort ging es mit dem nächsten Auto weiter. Schlußendlich war ich gegen 21 Uhr zuhause.

Donnerstag sollte dann die Zugstrecke von Düsseldorf nach Emmerich wieder befahrbar sein; war sie aber nicht.
Diesmal bin ich bis Wesel gekommen. Eigentlich waren dort Busse eingesetzt, die als Schienenersatzverkehr fungierten. Doch da stand nix. Weil der Zug nämlich aufgrund eines Notarzteinsatzes Verspätung hatte, war der Bus weg. Super! Jetzt hieß es auf den nächsten zu warten, der irgendwann gegen 21 Uhr mal kam. Bis ich in Emmerich angekommen bin, war es kurz vor 22 Uhr. Du kannst Dir sicher vorstellen, dass sich meine Begeisterung irgendwie in Grenzen hielt.
Freitag lief es dann zum Glück wieder normal, wenngleich noch immer das Risiko bestand, dass erneut Gewitter aufziehen und ähnliches veranstalten, wie bereits Montag und Mittwoch.

Ich bin jedenfalls am Freitag früh aus der Bank verschwunden und hab' mich auf den Weg zu Frau Hotz-Wegner gemacht. Auf den Besuch habe ich mich wirklich gefreut. Ich merke, dass mir die Gespräche sehr gut tun und wenn ein längerer Zeitraum zwischen den Terminen liegt, baue ich merklich ab.

Wir hatten gerade angefangen miteinander zu reden, da kam dann auch schon Frau Dr. Perdikouli (sie hat mittlerweile geheiratet und heißt jetzt Uhden ), die sich doch so gerne Deine Bilder anschauen wollte.
Die Begrüßung war sehr herzlich und ich hab' mich gefreut sie wiederzusehen. Erstmal war sie natürlich daran interessiert, wie es Mama so ergangen ist und derzeit geht. Ich habe ihr das gesagt, was ich Dir auch immer sage: ich versuche mich tapfer zu halten!

Dann kam der "große" Moment und ich habe ihr Deine Bilder gezeigt. Natürlich nicht ohne darauf hinzuweisen, dass ich das im roten Umschlag nicht sehen möchte. Du weißt schon: das "Angstbild".
Frau Dr. Uhden hat sich alles sehr genau angesehen und war sichtlich gerührt. Sie hat gesagt, dass sie Dich sofort erkannt hätte, weil Du genauso aussiehst, wie auf dem letzten Ultraschallbild.
Selbstverständlich hat sie sich Mama's "Angstbild" etwas länger angesehen - aus medizinischem Interesse. Sie bekommt solch einen "Fall" wie Deinen ja nun auch nicht jeden Tag zu sehen. So ganz nebenbei erwähnte sie dann, dass sie auch schon über Dich bzw. angelehnt an Deinen Krankheitsverlauf einen Vortrag gehalten hat. Erst war es komisch das zu hören, aber letztlich finde ich es völlig okay, wenn Du als Beispiel "benutzt" wirst. Du bist nunmal etwas Besonderes, nicht nur für Deine Mama und nicht nur in medizinischer Hinsicht.

Wir haben uns dann noch ein wenig zu Dritt unterhalten und Frau Dr. Uhden hat mich sehr erfreut, als sie sagte, dass sie regelmäßig Deine Homepage besucht. Sie liest Mama's Briefe an Dich, schaut sich die Fotos an und ist immer wieder erstaunt, wie Mama das alles schafft.
Da ich weiß, dass sie auch diesen Brief sicher wieder lesen wird sei an dieser Stelle mal erneut ein Lob an sie ausgesprochen: sie hat uns hervorragend betreut und Mama stets das Gefühl gegeben, dass sie mitleidet. Ich hab' nie so etwas wie ein Pflichtgefühl empfunden, sondern in erster Linie immer eine gehörige Portion Menschlichkeit.

Danke Frau Dr. Uhden

Nachdem wir uns voneinander verabschiedet haben und sie zur nächsten Patientin geeilt ist, habe ich mich dann weiter mit Frau Hotz-Wegner unterhalten.
In erster Linie natürlich darüber, wie ich Deinen errechneten Geburtstermin erlebt habe. Ich habe ihr eingehend berichtet und sie hat mir versichert, dass all' das, was ich an diesem Tag durchlebt habe, völlig normal ist.
Dann haben wir noch ein wenig über Deine Oma und ihren frühen Tod gesprochen und uns darauf verständigt, dass wir dieses Thema in unsere zukünftige Trauerarbeit mit einfließen lassen werden. Frau Hotz-Wegner ist der Ansicht, dass sämtliche Trauer, die man im Leben erfährt, irgendwie miteinander verbunden scheint und dem wollen wir auf den Grund gehen. Ich finde das sehr gut, denn auch ich glaube, dass es durchaus das ein oder andere gibt, was ich nach dem Tod Deiner Oma "eingesperrt" habe und jetzt mit dem Verlust von Dir wieder hochkommt.
Ich werde mich auf jeden Fall auf dieses "Experiment" einlassen.

Bevor ich angefangen habe Dir diesen Brief zu schreiben, habe ich mal die Chronik Deiner Homepage ein wenig aktualisiert. Es fehlte noch das ein oder andere Datum. Außerdem hat Mama den Entschluß getroffen einige der Ultraschallaufnahmen von Dir ebenfalls einzustellen. Gleiches gilt für die Karte aus dem Krankenhaus und das Foto mit Deinen Füßen
Aber sei unbesorgt, dass sind die einzigen Bilder, die die Besucher Deiner Homepage sehen werden. Alle anderen bleiben da wo sie sind und werden nicht öffentlich zugänglich gemacht. Den Anblick Deines Gesichtchens möchte Mama nur mit ausgewählten Personen teilen und nicht mit jedem, der den Weg auf diese Seite findet.

Manchmal glaube ich fast, dass ich sowieso schon immer sehr viel von uns erzähle, vielleicht sogar zuviel. Doch diese Gedanken sind recht schnell vom Tisch, wenn ich wieder eine eMail erhalte, in der mir eine Mutter ihre Situation schildert und völlig kraft- und hilflos ist, aber auch unendlich dankbar, dass ich ihr durch Deine Homepage gezeigt habe, dass es weitergeht. Dass man eben doch nicht alleine ist.

In der kommenden Woche hat Mama auch schon wieder einiges zu tun. Montag geht es wieder Richtung Hessen, diesmal aber nur bis Dienstag. Während meines Aufenthaltes dort treffe ich mich dann auch mit einer Person, die mir während der gesamten Zeit sehr zur Seite gestanden und mir mit ihren lieben Mails oft Mut gemacht und Kraft gegeben hat. Ich freue mich auf das persönliche Kennenlernen sehr.

Mittwoch komme ich Dich dann besuchen, bevor es am Donnerstag wieder Richtung Hessen geht.  Tja und dann ist die Woche schon wieder so gut wie um.

Lieber Valentin, auch wenn die Tage derzeit nur so dahin zu fliegen scheinen, für mich ist es oftmals so ein Gefühl, als ob jemand auf "Pause" drückt. In vielen Momenten erscheint mir das, was uns passiert ist, so fern von der Realität. Wie ein schrecklicher Traum, aus dem man einfach nicht aufwacht.
Es fehlt nach wie vor der Glaube daran, dass irgendwann alles wieder "normal" sein wird. Aber was bitte ist schon normal?

In tiefer Liebe,
Deine Mama



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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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