Valentin - mein kleiner Prinz
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(c) KeHe 2010
29. Brief an Valentin
22. August 2010
29. Brief an Valentin

Mein geliebter Sohn,

in dieser Woche ist gar nicht so viel passiert über das ich Dir schreiben könnte. Muss ja auch nicht immer sein.

Am Freitag war ich bei Frau Hotz-Wegner und ihrer Kollegin Frau Ewert zum Vorgespräch für das Trauerseminar. Wir haben über die Inhalte gesprochen und wie es so in etwa ablaufen wird.

Im Anschluß daran bin ich Dich besuchen gegangen - hab' ich ja versprochen!

Auf dem Friedhof angekommen, habe ich gesehen, dass bei einem der Nachbarsgräber ein großes Schmetterlingsgesteck abgelegt worden ist. Aus schönen bunten Rosen und obendrin steckte eine "5". Das kann zum Einen bedeuten, dass das Kind 5 Jahre alt geworden wäre oder zum Anderen, dass der Todestag 5 Jahre her ist.

Während ich mir das Gesteckt so angesehen habe ging mir durch den Kopf, wie es mir wohl in 5 Jahren ergehen wird. Ist der Schmerz dann immer noch in dem Ausmaß da? Werde ich immer noch täglich an Dich denken und feststellen, wie sehr Du mir fehlst?
Ich habe mich dann erstmal zu Dir gesetzt und meine Gedanken schweifen lassen. Wie so eine Art Rückblick über die letzten Monate. Bilder vom Tag der Diagnose, dem Abend der Geburt, der Segnung und der Beisetzung liefen wie ein Film ab. Es war nicht zu verhindern, dass die Tränen liefen.
Ich kann Dir nichtmal richtig erklären, was in so einem Moment in mir vorgeht. Mir ist ja klar, was passiert ist und doch gibt es immer wieder Situationen, in denen es mir so unwirklich erscheint. Als ob ich es doch nicht verstehen würde.
Wenn ich an Dich denke, dann seh' ich Dein Gesicht vor mir und ich frage mich so oft, warum passiert ist, was passiert ist. Mir will einfach nicht in den Kopf, dass ausgerechnet Du krank warst. Das ich innerhalb von sechs Monaten zweimal eine Entscheidung für oder gegen Dich treffen musste.
Was hab' ich irgendwann mal verbrochen, dass ich eine derartige "Strafe" auferlegt bekomme?

Während ich da so vor Deinem Grab saß, kam ein Pärchen vorbei (ich schätze so Ende 50) und da fragen die mich doch allen Ernstes, ob ich mein totes Kind besuche. Nee, es spielt unter der Erde und ich warte.
Was ist denn das für eine bescheuerte Frage? Ich wusste im ersten Moment überhaupt nicht was ich sagen soll, als schon der nächste Hammer kam: "Ist es sehr schlimm für Sie?"
Wie können Menschen solche Fragen stellen? Entweder sind die völlig verblendet oder wollen auf Teufel komm' raus mit irgendwem auf dem Friedhof ein Gespräch anfangen.
Ich habe auf beide Fragen nicht geantwortet und gesagt, dass ich gerne meine Ruhe hätte. Fanden sie dann wohl merkwürdig, denn im Gehen hörte ich ihn zu ihr sagen: "Da will man nett sein und dann sowas".
Ehrlich gesagt war ich kurz davor aufzuspringen und ihn zu fragen, ob er noch alle richtig sitzen hat. Hab's dann aber gelassen...Du sollst Deine Mama ja nicht als aggressive, hysterische Trulla erleben - wenngleich ich das durchaus sein kann

Ich hab' Dir dann noch etwas aus dem Kleinen Prinzen vorgelesen und bin anschließend nach Hause gefahren. Doch auch während der Fahrt war ich in Gedanken immer bei Dir. Zuhause hab' ich dann erstmal Deine Kerze angezündet, Bon Jovi eingelegt und Deine Fotos angesehen. Frag' mich nicht wieso, aber das hat gut getan und ich fühlte mich deutlich besser!

Ach, bevor ich es vergesse: ich habe Dir ja ein Geschenk von Diana mitgebracht. Schau' mal:




Niedlich, oder?

Den Rest des Wochenendes hab' ich eigentlich nur rumgegammelt und nix getan. Ich hatte aber auch zu rein gar nichts Lust. Aber solche Tage muss es wohl auch mal geben.

Heute wird es auch eher ruhig, nachher noch ein wenig bügeln und packen und morgen geht's dann in die hessische "Lieblingsstadt".

Freitag hab' ich erneut ein Gespräch mit Frau Hotz-Wegner und da freu' ich mich heute schon drauf.

Mein lieber Valentin, Mama wird sich nochmal sehr genau überlegen müssen, wie sie ihre Trauerarbeit gestalten will und kann. Es ist schwieriger als ich dachte und ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass es mich so anstrengt.
Aber ich bemühe mich weiter und bleibe tapfer. Versprochen!

In tiefer Liebe,
Deine Mama
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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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