Valentin - mein kleiner Prinz
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3. Brief an Valentin
3. Brief an Valentin

Mein geliebter Sohn,

die ersten Tage ohne Arztbesuche oder sonstige Termine liegen nun hinter mir und ich habe das erste Mal das Gefühl, dass ich zur Ruhe komme und langsam realisiere, was passiert ist.

Die Gedanken fahren Karussell und kommen nicht dazu zu stoppen. Zu unverständlich ist das, was uns widerfährt.

Diese Erfahrung ist schmerzhaft, sehr sogar. Je näher der Tag rückt, an dem ich ins Krankenhaus muss, um mich endgültig von Dir zu verabschieden, umso mehr Angst bekomme ich. Nicht nur eine leichte Panik, wie man sie aus vielerlei Situationen kennt, nein, es ist richtige Angst!

Nicht so eine Art von Angst, dass ich glauben würde ich habe falsch entschieden, sondern mehr davor, was mit uns passiert.
Angst davor, wie schnell oder langsam es geht.
Angst davor, Dich in meinen Armen zu halten, ohne dass Du mich ansiehst.
Angst vor der Leere, die sicher Besitz von mir ergreifen wird.

In den letzten Tagen habe ich festgestellt, dass mir zum ersten Mal bewußt auffällt, wieviele Frauen mit Kinderwagen unterwegs sind. Achte ich jetzt einfach mehr drauf oder waren die schon immer da? Und ich betrachte sie mit einem Gefühl, dass mir bisher mehr oder weniger fremd war. Einerseits werde ich wütend darauf, dass ausgerechnet wir nicht dieses Glück haben werden, gemeinsam durch die Stadt zu laufen. Andererseits hasse ich sie dafür, dass sie ein Baby vor sich herschieben und das mit so viel Stolz.

Diese Gefühle machen mich traurig, zeigen sie doch etwas von mir, das ich eigentlich nicht bin. Missgünstig oder neidisch. Das entspricht überhaupt nicht meinem Naturell und doch kann ich es nicht abstellen.

Und dann sind sie wieder da, die Fragen, auf die niemand eine Antwort weiß!
Warum wir? Warum Du? Warum ich?

Ich ertappe mich dabei, wie ich immer öfter an Deine verstorbene Oma denke. Sie ist nun schon fast 17 Jahre nicht mehr bei uns und ich glaube, ich habe noch nie so oft an sie gedacht und mit ihr gesprochen.
Jedesmal bitte ich sie inständig auf Dich aufzupassen, sich Deiner anzunehmen und Dir zu erklären, wer ich bin und Dir zu beschreiben, wie es für sie war, mich zurücklassen zu müssen und den weiteren Lebensweg nicht gemeinsam mit mir gehen zu können.

Vermutlich wird der Schmerz nie vergehen und auch die Gedanken an diesen, unseren Schicksalstag nicht. Vielleicht wird etwas davon verblassen, aber vergessen werd' ich nie. Zu sehr hab' ich mich auf Dich gefreut!

Zu oft hat meine Phantasie mich Ereignisse in der Zukunft sehen lassen. Wie Du anfängst zu krabbeln, irgendwann Schränke von innen nach außen drehst, anfängst zu laufen und dann auf einmal schon in den Kindergarten wanderst.
Wie Opa für Dich den Sandkasten baut, Du mit Oma in der Weihnachtszeit Plätzchen backst und wie Du mit einem Grinsen im Gesicht bei Deinem Patenonkel auf dem Schoß sein Auto über den Hof lenkst.
Das alles und noch vieles mehr hab' ich mir in bunten Farben vorgestellt.

Und jetzt? Jetzt ist alles nur noch schwarz. Vielleicht wird es zu gegebener Zeit mal wieder grau und irgendwann dann weiß. Aber wird es auch wieder bunt?

Du bist so sehr ein Teil von mir, dass ich mir gar nicht so wirklich vorstellen kann, dass ich Ende nächster Woche ohne Dich nach Hause gehe.
Aber genau so wird es sein und es wird der schwerste Gang meines Lebens!

In tiefer Liebe,
Deine Mama

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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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