Valentin - mein kleiner Prinz
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(c) KeHe 2010
30. Brief an Valentin
29. August 2010
30. Brief an Valentin

Mein geliebter Sohn,

heute schreibe ich Dir schon den 30. Brief und eigentlich hat sich im Wesentlichen nichts geändert, ich empfinde noch immer das Gleiche wie in den ersten Briefen.

Mein Alltag hat sich dem gegenüber vielleicht etwas normalisiert, aber im Prinzip führe ich ein anderes, neues Leben. Alles was ich in den letzten 6 Monaten erlebt habe, hat dazu beigetragen, dass ich mich verändert habe.
Allem voran sicher dadurch, dass ich jetzt Mutter bin. Aber was für eine? Manche Menschen bezeichnen mich sicher als "Rabenmutter" , weil ich etwas getan habe, was sich keine (werdende) Mutter in ihren schlimmsten Träumen vorstellen kann. Wieder andere sagen, dass ich bereits große Verantwortung gezeigt habe, indem ich versucht habe, für Dich und mich die bestmögliche Entscheidung zu treffen.
Ich persönlich fühle mich als Mutter, die ihr Kind nicht bei sich hat, die gezwungen worden ist zweimal eine Entscheidung zu treffen, die manchmal darüber nachdenkt, wie es wäre, wenn Du bei ihr wärst, die Dich unendlich liebt und so sehr vermisst...und das Tag für Tag! Ich bin eine liebende, trauernde Mama, die um ihr Kind weint und täglich versucht damit fertig zu werden. Es ist nicht immer einfach, aber es geht...irgendwie!

Wie Du an diesen Zeilen erkennen kannst, ist es keine gute Woche gewesen. Es gab wirklich einige Tage, die mich an den Rande der Verzweiflung gebracht haben. Ich finde einfach keinen Weg, mit dem Verlust umzugehen. Mal denke ich "prima, das ist es", dann aber kommt wieder irgendeine Situation, die mich zurück wirft. Bis jetzt helfen mir die Gespräche mit Frau Hotz-Wegner ungemein und ich bin froh, dass ich die Möglichkeit habe dort hinzugehen.
Auch am Freitag war ich wieder dort und wir haben lange geredet. U.a. auch darüber, wieso Du bei so vielen Menschen so schnell in Vergessenheit gerätst. Kaum jemand spricht noch über Dich. Manchmal erscheint es mir so, als hättest Du gar nicht existiert, jedenfalls für einige Teile meines Umfeldes nicht. Das macht mich traurig!
Aber es hat mich auch etwas gelehrt: Menschen sagen in Ausnahmesituationen Dinge, die sie eigentlich gar nicht so meinen und an die sie sich dann auch nicht halten.
Warum ist das wohl so? Es tut mir ja niemand einen Gefallen, wenn mir Mitgefühl oder Verständnis "vorgespielt" wird und dann kurze Zeit später das Thema - das mich nach wie vor beschäftigt - einfach totgschwiegen wird. Warum halten solche Menschen dann nicht einfach die Klappe und sagen gar nix?!
Ich könnte mich da Stunden drüber aufregen. Wenn man mir anbietet für mich da zu sein, mir zu zuhören oder Wege mit mir zu gehen, die ich allein nicht schaffe, dann sollte man das auch machen und nicht nur als Floskel ansehen, die aus der Situation heraus geboren wurde.
Und weißt Du, was das schlimmste ist? Sowas empfinde ich nicht bei Menschen, die mir im Grunde mehr oder weniger egal sind. Es sind die, die mir wichtig sind, die mir nahe stehen und mich teilweise schon ein ganzes Stück meines Lebens begleiten.
Aber ich verrate Dir jetzt mal was: so sehr ich mich auch darüber aufregen könnte, ich habe meine Lehren daraus gezogen. Es gibt wenige Personen von denen ich weiß, dass ich jederzeit über Dich sprechen kann. Bei denen ich mir sicher bin, dass sie mit mir fühlen, versuchen mich zu verstehen und mich unterstützen, in dem was ich tue. Und genau diese Leute werden mein "innerer Kreis" werden und bleiben.

So, genug aufgeregt

In knapp zwei Wochen ist der erste Teil von Mama's Trauerseminar und ich bin sehr gespannt, wie es ist, auf andere betroffene Mütter zu treffen und zu erfahren, wie es ihnen ergangen ist und noch ergeht. Ob sich bestimmte Dinge ähneln oder völlig anders sind.
Es wird sicher interessant und bestimmt auch hilfreich. Ich freu' mich da sehr drauf.

Als ich am Freitag bei Frau Hotz-Wegner war und sie bei der Begrüßung eigentlich schon gesehen hat, dass es mir nicht gut geht, hat sie vorgeschlagen, dass ich doch mal über eine Kur nachdenken sollte. Vielleicht nicht die schlechteste Idee, wenngleich sich dann auch gleich mein Gewissen gemeldet hat. Kur bedeutet ja 3-4 Wochen aus'm Büro weg zu sein. Und da ich weiß, dass dort derzeit Chaos herrscht und wir alle genug Arbeit auf dem Tisch haben, finde ich das im Moment völlig unpassend mich da auszuklinken.
Vielleicht eher im nächsten Jahr. Mal sehen! Ich behalte es auf jeden Fall im Hinterkopf.

In gut 5 Wochen geht's auch schon los zur Baureise nach Rumänien. Ich hatte Dir ja von Benefit & Joy erzählt. So langsam nimmt das organisatorische auch richtige Formen an und wir sind alle total gespannt, was und wer uns erwartet und wie die Woche wohl laufen wird. Ein Teil von uns wird nun fliegen und der andere Teil mit dem Auto fahren. Das hat den Vorteil, dass die gesammelten Sachspenden mitgenommen werden können und das wir vor Ort auch mobil sind. Ich gehöre zum Part der fliegt. Das geht aber auch gar nicht anders, weil samstags der zweite Teil vom Trauerseminar ist und die Autocrew schon freitags losfährt. Wir werden also mit 7 Personen bis Sofia fliegen, dort abgeholt und dann geht's weiter nach Bechet.

Bevor ich es vergesse: ich soll Dir herzliche Grüße von Diana ausrichten und Dir sagen, dass Du nicht soviel (Sternchen-)Party feiern sollst...von Wolken und Regen haben wir mittlerweile die Nase voll.

Mein lieber, kleiner Schatz, Mama wird diesen Brief nun schließen.
Diesmal mit einem Zitat, das an all' diejenigen gerichtet ist, von denen ich Dir weiter oben im Brief geschrieben habe.

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,
der ist nicht tot, der ist nur fern;
tot ist nur, wer vergessen wird.
Immanuel Kant

In tiefer Liebe,
Deine Mama
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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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