Valentin - mein kleiner Prinz
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4. Brief an Valentin
 
4. Brief an Valentin

Mein geliebter Sohn,

noch immer komme ich mir vor wie in einem schlechten Film.

Am vergangenen Montag (08. März 2010) habe ich Dich ein letztes Mal auf dem Ultraschallmonitor gesehen, ein letztes Mal zusehen dürfen, wie Dein Herz schlägt, Du Dich räkelst und daliegst, als könnte Dir niemand etwas anhaben, weil Deine Mama Dich schützt.

Und obwohl ich all' das gesehen und wahrgenommen habe, war ich mir meiner Entscheidung sicher. Ich tue das Richtige für Dich und uns.

Als Dein Herz gegen 9.30 Uhr aufhörte zu schlagen, war das der erste Teil des Abschieds und die erste Etappe auf Deiner Reise zu den Sternen.

Kurze Zeit später war ich im Krankenhaus und es wurde Deine stille Geburt eingeleitet. Diese zog sich dann bis in den Mittwoch abend hin und um 21.10 Uhr am 10. März 2010 habe ich Dich dann geboren.

Trotz der immensen physischen Schmerzen konnten diese den Seelenschmerz nicht übertünchen. Mit dem Moment, als Du auf der Welt warst habe ich eine solche innere Leere gespürt und fühlte mich erneut wie in einem Schockzustand. Ich kann mich erinnern, dass ich mit den Hebammen gesprochen habe. Das ich ihnen Deine Kuscheldecke und Deinen Schnuller mitgegeben habe. Das ich gefragt habe, ob sie Fotos von Dir machen. Und ich habe geweint, sehr viele Tränen, die sich einfach nicht trocknen ließen. Tränen der Trauer, der Wut. Tränen um Dich, meinen geliebten Sohn, der nicht bei mir sein wird. Mit dem ich nicht nach Hause gehe.
Die weitere Prozedur ließ ich einfach über mich ergehen. Fahrt in den Operationssaal, Narkose, aufwachen, wieder im Zimmer ankommen, umziehen...und immer diese Leere vor Augen und die Trauer im Herzen.

An Schlaf war in dieser Nacht nicht zu denken. Immer und immer wieder spulten sich die Bilder Deiner Geburt vor meinem Auge ab und immer und immer wieder fühlte ich dasselbe....Schmerz und Leere.

Als am nächsten Tag mit der Seelsorgerin gesprochen wurde, ob Du gesegnet wirst und wenn ja wo, kam ich mir vor wie ein Roboter. Ich habe einfach nur funktioniert.

Deine Patentante und ich sind dann zu Deiner Segnung gegangen. Wie Du in dem Weidenkörbchen auf dem Altar gestanden hast habe ich mir gewünscht, dass jemand einfach "Reset" drückt und wir von vorne anfangen und alles gut wird. Aber niemand hat das getan! Ich saß wirklich dort in der Kapelle, links neben mir die Seelsorgerin, rechts Deine Patentante und Du einen halben Meter vor mir. So nah und doch unerreichbar.
Ich habe sehr sehr lange gebraucht, bis ich das Zeichen dafür gegeben habe, die Decke von dem Korb zu nehmen. Und es kam mir wie endlos lange Minuten vor, bis ich Dich angesehen habe.
Es lugte nur Dein Gesicht aus der Decke hervor und auf der Decke lag Dein Schnuller. Du hast so wunderschön ausgesehen! Die Augen unter langen Wimpern geschlossen, die Lippen ganz entspannt aufeinanderliegend. Einfach friedlich! So als wolltest Du mir sagen, dass alles gut ist, dass Du zufrieden bist, wie es gelaufen ist und Du mir nicht nachträgst, dass ich mich gegen unsere gemeinsame Zukunft ausgesprochen habe.
Deine Patentante hat Dir dann noch ein Kettchen mit einem Schutzengel-Medallion mitgegeben, sich von Dir verabschiedet und die Kapelle gemeinsam mit der Seelsorgerin verlassen.
Wir waren das erste und einzige Mal alleine.
Ich habe Dich einfach nur weiter angestarrt und meine Tränen laufen lassen. Irgendwann sind mir dann doch noch die Worte eingefallen, die ich Dir unbedingt mit auf den Weg geben wollte. In dem Moment als ich Dein Gesicht gestreichelt und Dir zum Abschied einen Kuss gegeben habe hätte ich mich am liebsten an Dein Körbchen gekettet, um Dich nicht allein zu lassen. Ich habe bis heute keine Ahnung woher ich die Kraft genommen habe mich abzuwenden und zu gehen. Ein letztes Mal habe ich mich umgedreht, Dir gewunken und einen Kuß geschickt.

Nun bin ich seit gestern wieder zuhause und es vergeht keine Sekunde, in der ich nicht an Dich denke. Ich versuche zur Ruhe zu kommen und langsam damit zu beginnen, das Erlebte zu verarbeiten, aber es funktioniert nicht.
Ich kann keinen Knopf finden, der den Schmerz abstellt. Die Tränen fließen so weiter, als wäre irgendwo in meinem Körper ein Tank dafür, der sich selbstständig wieder auffüllt.

Vor drei Tagen habe ich Dich geboren, vor zwei Tagen das erste und letzte Mal gesehen, berührt, geküsst und gleich wieder hergegeben.

Was mir von Dir bleibt sind Fotos, die ich bis jetzt noch nicht ansehen konnte, ein weiteres Exemplar Deines Schnullers und meine Erinnerung an Deinen Anblick, den ich für den schönsten in meinem Leben halte.

In tiefer Liebe,
Deine Mama
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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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