Valentin - mein kleiner Prinz
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(c) KeHe 2010
43. Brief an Valentin
12. Dezember 2010

43. Brief an
Valentin

Mein geliebter Sohn,

am vergangenen Wochenende war Deine Mama in Zürich und ist deshalb leider nicht dazu gekommen, Dir zu schreiben. Julie und Fabi haben ihre Hochzeit gefeiert...es war eine tolle Party und Mama war in Begleitung von Sabine (Du weißt schon, die Schnecke) dort. Es war ein schönes Wochenende. Wir haben viel geredet, gesehen und gelacht. Das schreit nach einer Wiederholung. Dann vielleicht aber eher dorthin, wo es warm ist, denn in Zürich lag auch jede Menge Schnee und es war eisekalt.

Ansonsten hatte die Woche keinerlei Überraschungen parat und deshalb überspringe ich das alles einfach mal und komme gleich zum heutigen Tag:

Weltweiter Sternenkinder-Gedenktag

Lange habe ich überlegt, wie ich diesen Tag wohl verbringen und erleben werde. Ich wusste, dass es in Düsseldorf einen Gedenkgottesdienst geben wird, war mir aber bis Mittwoch nicht wirklich sicher, ob ich daran teilnehmen möchte. Als ich dann am Donnerstag von der Hospizgruppe die Einladung erhalten habe, stand mein Entschluß jedoch fest. Ich gehe dahin und zwar mit den Menschen, die mir in der Zeit nah gestanden haben und die mich gern begleiten möchten. Leider war der Zeitpunkt mit 18 Uhr spät angesetzt. Aber auch das hatte seinen Grund. Dazu später mehr.

Ich habe mich also mit Deiner Patentante und Janina für 16 Uhr am Friedhof verabredet. Denn ich wollte Dich heute unbedingt auch besuchen. Wir drei sind dann zu Deinem Grab und ich war überwältigt, wie voll und bunt es ist. Viele Eltern haben zu Nikolaus Geschenke gebracht. Liebevoll verpackt stehen sie dort und verschönern das Grab. Auch das ein oder andere Tannengesteckt hat schon seinen Platz eingenommen. Wir hatten wirklich Mühe auch unsere Mitbringsel unterzukriegen. Aber es ist uns gelungen.




Nachdem wir uns von Dir verabschiedet haben sind wir schon - mit einem kurzen Kaffee-Stop - Richtung Kirche weitergezogen.

Dort haben wir dann auch Deinen Patenonkel und Laura getroffen. Außerdem war auch jemand aus Mama's Trauerseminar da.

Als die Glocken anfingen zu läuten sind wir dann reingegangen und haben uns ein Plätzchen gesucht. Der Gottesdienst begann mit der ersten Darbietung des Jugendchors aus Eller. Nach einigen einleitenden Worten, u.a. durch Frau Müller von der Hospizgruppe sowie dem Pfarrer Olaf Schaper wurden erstmal alle anwesenden Kinder in einen Nebenraum gebeten, in dem sie basteln und malen konnten. Nun konnte auch die Pastoralreferentin Giesela Massop etwas sagen. Zwischendurch hat noch ein betroffenes Elternpaar eine Fürbitte gelesen.

Danach kam eine Solokünstlerin über deren Gesangsqualitäten es sich nicht streiten lässt. Es war furchtbar! Keinen Ton getroffen, Text in deutsch und einer osteuropäischen Sprache, die sich nur schwer deuten ließ und dann noch der Versuch durch Lautstärke von der schlechten Qualität abzulenken. Es hat mir überhaupt nicht gefallen. Klang ein wenig wie eine Hyäne.
Aber der gute Wille sollte wohl zählen. Immerhin hat sie versucht ihren Beitrag zur Gestaltung des Gottesdienstes zu leisten. Dies sei auch anerkannt.

Nach der etwas längeren, aber wunderbaren Predigt durch Pfarrer Schaper kam dann erneut der Jugendchor an die Reihe. Bis hierhin habe ich mich wirklich gut gehalten und war relativ gefasst. Doch dann brachen die Dämme. Die Teens haben Tears in Heaven gesungen und das so wunderschön und einfühlsam, dass nicht nur einige Tränen, sondern ganze Sturzbäche bei Deiner Mama geflossen sind. In dem Moment habe ich gemerkt, wie viel von der Anspannung, die ich die letzten Wochen so gespürt habe einfach von mir abfiel. Ich hörte Melli neben mir weinen und wieder kamen die Bilder Deiner Segnung hoch. Auch da haben wir in einer Kirche gesessen und um Dich geweint. Melli legte ihren Arm um mich und Dein Patenonkel hielt meine Hand. Ich fühlte mich in dem Moment gut aufgehoben, konnte die Tränen aber trotzdem  nicht stoppen. Immer wieder musste ich aufschluchzen und zitterte innerlich so sehr, dass es schon fast weh tat. Nur am Rande habe ich mitbekommen, dass auch Laura und Janina mit ihren Tränen zu kämpfen hatten. Doch ich konnte mich in dem Moment um niemand anderes kümmern, als um mich selbst - und das war schon schwer genug. Ob Du es glaubst oder nicht, ich habe Deine Nähe fast schon gespürt. So, als ob Du wirklich da wärst und mir sagst: Mama Du musst nicht weinen!

Es tat einerseits gut, alles mal rauszulassen, andererseits hat es aber auch schrecklich weh getan.

Schon vor dem Lied waren wir aufgefordert auf einer Karte den Namen der Person zu schreiben, wegen derer wir an diesm Gottesdienst teilnehmen. Diese Karten sollten wir nun in einen großen Behälter am Altar bringen und auf dem Weg auch eine Kerze für die Person anzünden. In meinem Fall bist das natürlich Du! Die allererste Kerze wurde um genau 19 Uhr angezündet. Denn da begann der weltweite Sternenkinder-Gedenktag. Überall auf der Welt wurden um diese Uhrzeit Kerzen angezündet und ins Fenster gestellt. Bedingt durch die Zeitverschiebung ergibt sich so eine Lichterkette. Nun weißt Du auch, warum der Gottesdienst so spät angesetzt war.

Ich ging also nach vorn, legte Deine Karte ab und habe eine Kerze angezündet, die ihren Platz in dem großen Herz gefunden hat. Sieht das nicht toll aus?



 

Nachdem alle Anwesenden den Weg nach vorn gegangen waren wurden dann die Namen von den Karten vorgelesen. Soll ich Dir was sagen? Nichts klang für mich am heutigen Abend schöner, als Deinen Vor- und Zunamen in dieser Kirche zu hören. Es ist immer wieder ein Erlebnis den Namen zu lesen oder ihn zu hören. Und heute genau dort war es noch um ein vielfaches besser als sonst. Warum kann ich Dir nicht mal so genau sagen. Vielleicht weil mir das zeigt: Ja, Valentin war da! Er ist eine Person, die es verdient, dass man ihn nicht vergisst. Es macht es für mich ein Stück realer, dass Du da warst, aber auch, dass Du es nicht mehr bist. Ein Wechselbad der Gefühle, doch eins ist immer dabei: ganz viel Stolz und Liebe!

An dieser Stelle möchte ich Danke sagen.

Danke an die Hospizgruppe Düsseldorf, die es jedes Jahr auf's Neue schafft, diesen Gottesdienst auf die Beine zu stellen.

Danke an Pfarrer Olaf Schaper, der in seiner Predigt den ein oder anderen wunden Punkt getroffen, aber auch sehr eindringlich auf Bedürfnisse von Betroffenen aufmerksam gemacht hat.

Danke an den Jugendchor Eller, der es geschafft hat mit seinen Songs eine Gänsehaut nach der anderen über meinen Körper zu jagen.

Danke an Pastoralreferentin Giesela Massop, die beim Vorlesen des Psalms sehr alte Geschehnisse hat aufleben lassen und gezeigt hat, dass diese auch heute noch Gültigkeit besitzen (können).

Ich danke Melli, Janina, Kevin & Laura! Dafür, dass sie diese Zeit des Gedenkens gemeinsam mit mir verbracht haben.

Und zu guter Letzt danke ich Dir. Dafür, dass Du mich als Deine Mama ausgesucht hast und es - womit auch immer - jedes Mal auf's Neue schaffst, dass ich mich Situationen stelle und diese durchstehe, auch wenn ich nicht weiß, woher die Kraft dazu kommt.

In tiefer Liebe,
Deine Mama

 
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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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