Valentin - mein kleiner Prinz
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(c) KeHe 2010
44. Brief an Valentin
24. Dezember 2010

44. Brief an
Valentin

Mein geliebter Sohn,

am vergangenen Wochenende war ich beim Nachtreffen des Bauteams in Köln. Bedingt durch das Schneechaos bin ich Sonntag leider deutlich später zuhause eingetroffen als geplant und hab' es leider nicht mehr geschafft Dir zu schreiben.

Das Treffen war toll. In erster Linie natürlich deshalb, alle auf einem Fleck wiederzusehen.
Freitags hat es nur leider schon tierisch angefangen zu schneien und für die Autofahrer war es eine regelrechte Tortur überhaupt bis nach Köln zu kommen, aber letztlich haben es alle geschafft und im Laufe des Samstags waren wir dann auch komplett. 
Dadurch, dass wir an einem riesigen Tisch gemeinsam gegessen haben kam schon fast so ein "Bechet-Feeling" auf
Wir haben viel über Rumänien gesprochen und was wir dort erlebt haben, natürlich wurden auch neue Ideen diskutiert und Pläne geschmiedet. Ich freue mich wahnsinnig auf die neuen Herausforderungen und bin mir ziemlich sicher, dass sich mit dem entsprechenden Teamgeist und -zusammenhalt alles stemmen lässt, was wir uns vornehmen.

Ich bin dann auch endlich dazu gekommen meine Überraschung für's Bauteam zu verteilen. Jede(r) hat einen von mir kreierten Fotokalender für 2011 bekommen. Darin sind natürlich ausschließlich Fotos der Baureise. Ich fand' das als Erinnerung irgendwie schön. So blickt man jeden Monat auf ein anderes Bild und wird zurück denken an die Zeit, die wir dort hatten.

Abends haben wir dann nach dem Grillen noch ein kleines Feuerwerk veranstaltet, bei dem die Nachbarn von Thomas' Elternhaus vermutlich gedacht haben sie hängen ihrer Zeit hinterher und es ist schon Silvester

Wir haben aber nicht das neue Jahr, sondern "lediglich" uns selbst gefeiert und das zurecht.

Sonntags ging es dann wie erwähnt heimwärts und ich war nach einer ewigen Rumgurkerei froh zuhause zu sein.

Die restlichen zwei Arbeitstage habe ich dann mit Aufräumarbeiten verbracht, bevor ich am Mittwoch in den Weihnachtsurlaub gestartet bin.

Donnerstag musste ich dann mal einkaufen gehen, denn über das Weihnachtswochenende ist ja alles geschlossen. Das Chaos hielt sich in Grenzen und es war bei Weitem nicht so überfüllt wie ich gedacht habe.
Nach einer Aufräum-Putz-Aktion war ich dann aber mit allem fertig und Weihnachten konnte beginnen.

Das hat es ja dann heute auch mit dem heiligen Abend. Heute mittag hat Dein Patenonkel Janina und mich abgeholt und wir sind zum Mittagessen zu Oma & Opa gefahren. Gegen 15 Uhr hat Kevin uns dann wieder zurück gebracht.

Tja und somit bin ich heute das erste Mal seit gefühlten 10 oder 12 Jahren an Heiligabend allein zuhause. Und soll ich Dir was sagen? Die Entscheidung war die absolut richtige!
Ich hätte das heute einfach alles nicht ertragen. Zuviel tamtam um ein Fest, dass sowieso niemand mehr aus den ursprünglichen Beweggründen feiert, zuviel "lass uns heile Welt spielen auch wenn's nicht so ist".
Für mich ist die Welt nicht heil und ich habe auch keine Lust darauf irgendwem vorzuspielen, das es so ist.
Meine Welt liegt noch immer in Scherben und ich bastel' sie Stück für Stück wieder zusammen. Mir fehlt mein Kind, mit dem ich dieses Jahr Weihnachten eigentlich hätte verbringen sollen.

Ich hatte mir das alles so schön vorgestellt. Wie Du mit Deinen 5 Monaten fasziniert den Weihnachtsbaum anstarrst, weil er so schön bunt ist. Wie Du das erste Mal in Deinem Leben Schnee siehst. Wie Du die selbstgebackenen Kekse von Oma genüsslich zermalmst und Dich dabei total vollschmierst und wie Du in der Kirche alles aufmischst, weil Dir der Gottesdienst zu lang dauert.

Nichts davon werde ich mit Dir erleben und zum allerersten Mal stelle ich mir die Frage, ob ich mich nicht doch hätte anders entscheiden sollen. Aber wäre das nicht dann genau das, was mir so viele vorwerfen? Egoistisch nämlich. Dir ein Leben zu schenken, das keines ist, nur weil ich nicht auf Dich und gemeinsame Erlebnisse mit Dir hätte verzichten möchten. Ist das nicht der pure Egoismus? Und wäre ich nicht mit der Gesamtsituation dann dermaßen überfordert gewesen, dass ich Dir keine gute Mutter hätte sein können? Wenn ich mir die Antworten auf diese Fragen gebe, dann hat sich der Anfang dieses Absatzes eigentlich schon wieder relativiert. Auch wenn es unglaublich weh tut, Dich nicht bei mir zu haben.

Manchmal lese ich die Briefe an Dich, die ich vor einigen Wochen oder Monaten geschrieben habe und in nahezu allen finde ich mich noch immer wieder. Es hat sich nicht großartig was geändert. Der Schmerz wird irgendwie erträglicher, wenngleich es auch immer wieder Rückschläge gibt. Aber er ist noch immer mein ständiger Begleiter.

Am Dienstag habe ich Dich auf dem Friedhof besucht. Es war mir wichtig noch vor Weihnachten zu kommen und mir war es ebenso wichtig, das allein zu tun. So schön es am Sternenkinder-Tag war, dass Melli und Janina mitgegangen sind, aber ich habe die Nähe zu Dir nicht so gespürt, als wenn ich allein bei Dir bin. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber ich finde ich kann mich noch am ehesten "gehen" lassen, wenn ich alleine den Weg zu Deinem Grab antrete.
So war es auch am Dienstag. Nachdem ich erstmal notdürftig den Schnee beiseite geschoben habe, um Deine Sachen und die Kerze zu platzieren öffneten sich alle Schleusen. Ich habe so hemmungslos geweint wie schon lange nicht mehr und in dem Moment war ich froh, dass dank des Wetters so gut wie niemand den Weg auf den Friedhof gefunden hatte. Ich habe die Stille genossen und war froh, Dir unter vielen Tränen erzählen zu können, was mich alles bedrückt, wie ich mich fühle. Nach dem obligatorischen Kapitel aus "Der kleine Prinz" bin ich dann gegangen. Zum Einen wurde es langsam dunkel und zum Anderen fing es wieder an zu schneien und damit kam auch eine fiese Kälte. Es fiel mir schon lange nicht mehr so schwer Dir den Rücken zuzuwenden. Die Leute in der Bahn haben bestimmt auch gedacht, dass ich eine völlig Durchgeknallte bin. Total durchnässt, frierend und verheult hab' ich da gesessen. Aber das war mir sowas von egal!
In den letzten drei Wochen ist mir durch bestimmte Situationen immer wieder aufgefallen, dass ich einen ganz großen Teil des Weges meiner Trauerarbeit hinter mir habe, aber noch längst nicht bei der Hälfte bin und schon gar nicht erahnen kann, wo sich das "Ziel" befindet.
Verstehst Du was ich meine?

Deine Mama wird jetzt versuchen bei einem Gläschen Wein ein wenig abzuschalten und lässt sich dabei vom Fernsehprogramm berieseln.
Und nach diesem Wochenende - wenn Weihnachten vorbei ist - tue ich das, was ich schon seit Monaten tue: weitermachen und leben!

Für Dich meinen kleinen Schatz habe ich ein Lied rausgesucht, dass ich so schön finde und irgendwie gut zu Weihnachten und unserer Situation passt.

(Sarah McLaughlin and Josh Groban - In the arms of an Angel)

In tiefer Liebe,
Deine Mama

P.S. Ich habe ganz vergessen zu erwähnen, dass Du ein neues Spielzeug hast. Leonie (die Tochter von Olivia - von ihr habe ich Dir erzählt) hat Dir einen Delphin gebastelt, der natürlich den Weg zu Dir gefunden hat.
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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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