Valentin - mein kleiner Prinz
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5. Brief an Valentin
5. Brief an Valentin

Mein geliebter Sohn,

heute vor genau einer Woche lag ich noch im Krankenhaus und vernahm so langsam aber sicher die ersten Wehen, die auf Deine Geburt hindeuteten.

Je näher es an 21.10 Uhr herankommt, umso unruhiger werde ich.
So viele Erinnerungen, Tränen, Leid, Trauer, Wut und Liebe kommen in mir hoch.

Ich versuche mich an das Zuhausesein zu gewöhnen, was mir unglaublich schwer fällt. Meine Stimmungen wechseln quasi stündlich. In dem einen Moment fühle ich mich ganz gut und im nächsten laufen mir Tränen die Wangen hinab.

Noch immer habe ich den Eindruck, als würde ich von außen dabei zusehen, was in meinem Leben passiert. Ich stehe einfach daneben und schaue ungläubig zu. Weil ich nicht fassen kann, was da passiert ist oder gerade passiert.

Du fehlst mir jede Sekunde. Oftmals seh' ich auf meinen Bauch und obwohl ich genau weiß, dass Du nicht mehr da drin bist, rede ich mit Dir.

Manchmal höre ich Musik und frage mich, ob sie Dir gefallen würde. Wenn ich lese, dann tue ich das laut, weil ich möchte, dass Du meine Stimme hörst, wo auch immer Du grad bist.

Möglicherweise sind das alles Dinge, die mir helfen zu begreifen und zu verarbeiten. Andererseits habe ich mir aber durchaus schonmal die Frage an mich selber erlaubt, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe.

Ganz bewußt habe ich für heute in mehreren Zeitungen Anzeigen geschaltet, die an Dich erinnern. Menschen können ja so schnell vergessen oder verdrängen und ich möchte nicht, dass irgendjemand Dich oder Deine - kurze - Geschichte vergisst. Du warst da und wirst es immer sein!

Vielen Personen in meinem Umfeld fällt der Umgang mit mir derzeit sehr schwer. Ich sehe da immer ein Stück Hilflosigkeit, manchmal auch Scham oder Unverständnis. Es ist für mich durchaus verständlich, dass es für all' diese Menschen nicht leicht ist die richtigen Worte zu finden, wenn man mit mir zusammensitzt. Aber wenn ich doch anfange über Dich zu reden, dann sollten sie mir auch zuhören, weil ich genau in dem Moment über Dich reden WILL! Stattdessen musste ich schon erleben, dass versucht wird das Thema zu wechseln. Als ob mich das vor dem Schmerz schützt, der sowieso immer da ist.

Ich weiß ja, dass viele, die mich unterstützt und begleitet haben, bereits wieder in ihrem Alltag angekommen sind. Ich bin in meinem aber noch lange nicht. Natürlich höre ich gerne zu, wenn mir von den einzelnen Alltagssorgen berichtet wird und ich rede da auch mit jedem gerne drüber. Aber meine größte Alltagssorge ist derzeit nunmal die, wie ich den Tag einigermaßen überstehe. Nur darüber reden will keiner so wirklich.

Nichts desto trotz weiß ich, dass ich immer noch genug Beistand hätte, wenn ich ihn anfordern würde. Aber ich bin auch der Überzeugung, dass ich manche Dinge nunmal nur alleine schaffen kann. Die Verarbeitung des Abschieds von Dir ist ein gutes Beispiel dafür. Ich rede viel und oft darüber, aber letztlich dabei helfen, damit klarzukommen kann mir niemand. Aber es wäre schon toll, wenn ich einfach nur reden könnte. Wann immer ich gerade möchte!

Andererseits habe ich auch schon Stimmen vernommen, die haben verlauten lassen, dass es unverständlich sei dermaßen zu trauern. Weil doch "gar kein Kind da war" und ich "keine Mama" sei. Das ist nicht wahr!
Du warst da. In meinem Bauch warst Du sechs Monate, hast gelebt und Dich täglich weiterentwickelt. Als Du auf die Welt gekommen bist, hat Dein Herz nicht mehr geschlagen, aber Du hattest noch so deutlich an Gewicht zugelegt, dass ich Dich offiziell eintragen lassen kann und somit warst Du definitiv da. Und was bitte soll das Gerede, dass ich keine Mama bin, nur weil mein Kind nicht bei mir ist?

Ich habe all' das durchlitten, was eine Mama so mitmacht. Angefangen bei jeder noch so kleinen Untersuchung bis hin zu Deiner Geburt. Und spätestens wenn man ein Kind auf die Welt bringt ist man doch wohl eine Mama, oder? Natürlich habe ich mir das Mama-sein anders vorgestellt, mit meinem Kind zuhause, wie es eigentlich "normal" ist. Aber irgendwas oder irgendwer hat mir bzw. uns dieses Glück nicht gegönnt. Damit muss ich jetzt zurecht kommen.
Und auch wenn Du nicht physisch bei mir bist, so bist Du es tief in meinem Herzen.

Lieber Valentin, vertrau' Deiner Mama. Sie wird ihre Kraft und Energie wiederfinden und dafür sorgen, dass niemand Dich jemals vergessen wird.

In tiefer Liebe,
Deine Mama

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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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