Valentin - mein kleiner Prinz
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(c) KeHe 2010
Das Krankenhaus
Das Krankenhaus

Nachdem meine Entscheidung zum sog. Fetozid mit anschließender Einleitung der Geburt feststand, musste das "passende" Krankenhaus ausgewählt werden.

Für mich war klar, dass es nur ein Haus sein kann, dass a) Erfahrung mit Spätabbrüchen hat und b) im Umkreis Düsseldorf liegt. Denn dort habe ich nicht nur meine behandelnden Ärzte vor Ort, sondern auch mein Freundes- und Bekanntenkreis ist dort mehr oder weniger ansässig.

Gemeinsam mit Praenatal habe ich dann beratschlagt wo es für mich hingeht.

Zur Wahl standen sowohl das evangelische Krankenhaus (
www.evk-duesseldorf.de/) in Düsseldorf-Bilk, als auch die Kaiserswerther Diakonie (www.kaiserswerther-diakonie.de/).

Aufgrund meiner Vorgespräche mit Dr. Lübbers und auch mit Frau Hotz-Wegner war das EVK mein Favorit. Dies hat sich dann noch mehr verfestigt, als sich folgendes ergab:

Meine Freundin Melli hat vorsorglich in der Diakonie angerufen, da sie noch einige Infos einholen wollte, z.B. wie das mit der Bestattung im Nachgang läuft usw.
In ihrem Telefonat mit einer dort tätigen Hebamme wurde ihr mitgeteilt, dass das Personal einen Fetozid aus ethischen nicht gutheißen könnte (oder wollte?). Das würde für "Diskussionen" in der Hebammenschaft sorgen.
Selbstverständlich würde man mich nicht abweisen, wenn ich vor der Türe stehen würde, aber wenn Melli auf meine Entscheidung noch Einfluß nehmen könnte mich für ein anderes Krankenhaus zu entscheiden, dann sollte sie das tun, denn (Achtung O-Ton) "wenn ihre Freundin zu uns kommt wird es nicht schön für sie"!

Was bitte soll man davon halten?

Unter diesen Voraussetzungen schied die Diakonie für mich aus!

Die Info, die Melli aus dem Telefonat erhalten hat, haben wir selbstverständlich auch an Praenatal weitergegeben. Immerhin arbeitet die Praxis mit dem Haus "zusammen" und wir waren der Meinung, dass dort mitgeteilt werden muss, dass das mal ein absolutes no-go ist. Dr. Kozlowski war sehr schockiert und er wird sich der Sache annehmen.

Es gab also nicht mehr viel zu klären, denn ich wollte ins EVK.

Dort wurde ich dann am 08. März eingewiesen.

Erstmal angekommen meldete ich mich am Kreißsaal, wo ich dann mitgeteilt bekam, dass ich mich erstmal in Ruhe anmelden sollte und dann im Nachgang das Gespräch mit der Ärztin habe.
Gesagt, getan.

Nach problemloser Anmeldung fanden wir uns wieder am Kreißsaal ein und warteten auf die Ärztin, die mich aufnehmen sollte. Ich wurde erneut aufgeklärt, was jetzt mit mir passiert. Dann musste ich einige Formulare und Einverständniserklärungen unterschreiben.
Nach einer kurzen Ultraschalluntersuchung und der obligatorischen Blutabnahme kam ich dann auf die Station 5a (Dermatologie), wo ich sehr nett empfangen wurde. Mir wurde ein Dreibettzimmer zur Alleinnutzung zur Verfügung gestellt, die Gepflogenheiten der Station erläutert und dann gab es auch schon die ersten Tabletten, die ich im Vier-Stunden-Rhythmus einnehmen sollte, um die Geburt einzuleiten.

Bereits im Vorgespräch war ich aufgeklärt worden, dass es sich um das Medikament "Cytotec" (Misopostrol) handelt, dass zwar weltweit anerkannt, aber nie zugelassen wurde, da das Patentverfahren darauf noch läuft. Eigentlich ist Cytotec ein Mittel zur Behandlung von Magen-Darm-Geschwüren. Während der Erprobung hat sich jedoch herausgestellt, dass es zur Geburtseinleitung verwendet werden kann.

Ich erklärte mich bereit Cytotec zu nehmen, da es anscheinend das am häufigsten verwendete Medikament ist und auch das stärkste und die Erfahrungen gut sind.
Also habe ich alle vier Stunden zwei Tabletten bekommen und habe gewartet.

Das Pflegepersonal hat sich rührend um Melli und mich gekümmert und da in meinem Zimmer noch ein Bett stand sprach auch nichts dagegen, dass Melli bleiben könnte, sofern es dann mal losgeht.
Ging es aber nicht.

Am Dienstag (09. März 2010) nahm ich das Mittel bereits seit 24 Stunden und es tat sich...nichts. Mittlerweile war ich auch auf die Station 5b (Gynäkologie) verlegt worden, wo das Personal genauso fürsorglich war wie auf 5a. Auch hier hatte ich ein Dreibettzimmer zur Alleinnutzung zur Verfügung und sogar Melli's Bett war mit umgezogen.  
Langsam aber sicher wurde ich ungeduldig und immer nervöser. Ich wollte doch nur meinen Sohn auf die Welt bringen und wieder ein Stückchen abschließen. Gegen Mittag tauchte die Oberärztin auf und suchte das Gespräch mit mir. Ich habe ihr dann erläutert, dass ich nicht bereit sei das Mittel noch viel länger einzunehmen (max. weitere 24 Stunden) und ich dann eher den Kaiserschnitt bevorzugen würde. Es ist bei einem Fetozid ja so, dass man weiß, dass man sein totes Kind mit sich herumträgt und das ist eine ziemlich hohe seelische Belastung.
Die Ärztin versuchte mich davon zu überzeugen, dass das die absolute letzte Wahl sei und sie das auch nicht wirklich befürworten könnte. Sie erklärte, dass es durchaus sein könnte, dass es kein "einfacher" Kaiserschnitt (ein waagerechter Schnitt) sein könnte, sondern ggfs. ein sog. T-Schnitt gemacht werden müsste, um überhaupt an das Kind heranzukommen. Sie machte mich dann noch auf weitere Risiken aufmerksam. Doch mein Entschluß stand irgendwie fest und ich sagte ihr das auch sehr deutlich. Bis mittwochs noch Cytotec, sonst Kaiserschnitt!
Am Nachmittag kam dann die Hebamme vorbei und akupunktierte mich. Im Gespräch sagte ich ihr, dass ich keine Geduld mehr hätte zu warten und mit meinen Kräften am Ende sei. Sie versprach das in der Teamrunde anzusprechen und nach einer anderen Lösung zu suchen. Auch sie hat mir vom Kaiserschnitt abgeraten.
Gegen abend kam sie erneut zur Akupunktur vorbei und sagte mir, dass ich Cytotec abends um 22.30 zum letzten Mal einnehmen sollte und Mittwoch früh in der Ärzteschaft der Gynäkologie ein anderer Weg besprochen werden würde.

Bis Mittwoch waren weiterhin keine Veränderungen spürbar. Der Unterbauch war leicht angespannt, aber keine einzige Wehe in Sicht.

Mittlerweile war ich noch nervöser. Hatte man mir doch im Vorfeld immer erklärt, dass es 24-48 Stunden dauern könnte, bis sich was tut. Als Betroffene sucht man sich dann natürlich den kürzesten Zeitraum aus. Doch im Nachgang muss ich sagen, dass ich mir gewünscht hätte, dass man mir noch deutlicher hätte sagen müssen, dass es durchaus auch mehr als diese Zeitspanne dauern kann. Meine Erwartungshaltung wäre dann eine völlig andere gewesen. Ich bin immer von zwei, max. drei Tagen bis zur Geburt ausgegangen. Niemals von mehr.

Jedenfalls erhielt ich mittwochs vormittags Besuch von der Oberärztin und dem Chefarzt (Prof. Meier). Sie wollten mit mir besprechen, wie es nun weitergehen würde, da sich ja immer noch nichts tat.
Prof. Meier erläuterte mir dasselbe, was die Oberärztin schon einen Tag vorher getan hatte. Jedoch mit dem Unterschied, dass er nochmal Alternativen aufzeigte, bevor wir den letzten Schritt - nämlich den Kaiserschnitt - angehen würden.
Sein Vorschlag war, dass ich am Mittwoch mit der Einlegung von "Cergem" anfangen sollte. Das sei zwar ein leichteres Mittel, aber vielleicht reagiere mein Körper darauf besser. Cergem ist ein Zäpfchen, welches von der Ärztin oder Hebamme an den Muttermund gelegt wird, um diesen weicher zu machen und dazu zu bewegen, sich zu öffnen.

Ich frage nochmal explizit nach, wie ich lange ich dieses Medikament denn "testen" sollte und was passieren würde, wenn es nicht anschlägt. Prof. Meier erklärte, dass dieses Medikament bis max. Donnerstag "ausprobiert" werden würde. Ansonsten käme ich an den Tropf bis Freitag. Sollte dann - wider Erwarten - immer noch nichts passiert sein versprach er mir, dass er den von mir gewünschten Kaiserschnitt durchführen würde.

Nach kurzer Überlegung meinerseits erklärte ich mich einverstanden.

Ich machte darauf aufmerksam, dass ich mir das Gespräch und den "Fahrplan" schon für montags im Vorgespräch gewünscht hätte. Denn dann hätte ich genau gewusst, was wann passiert und wäre - vermutlich - deutlich ruhiger an die Sache rangegangen. Sowohl die Oberärztin als auch er haben mir recht gegeben. Auch Melli hat erneut darauf hingewiesen, dass es besser wäre, den Betroffenen klar und deutlich aufzuzeigen, dass eben nach 24 Stunden etwas passieren kann, aber eben auch durchaus deutlich später!

Nachdem Prof. Meier sich verabschiedet hatte legte mir die Oberärztin das erste Zäpfchen, weitere sollten alle vier Stunden folgen. Die Überraschung meinerseits war sehr groß, als sich bereits 45 Minuten danach das erste Ziehen bemerkbar machte.

Um 14.30 folgte das nächste Zäpfchen sowie die Akupunktur und auch ein erneuter Besuch durch die Seelsorgerin.

Das Ziehen wurde nun langsam stärker, war aber immer noch gut auszuhalten.

Nachdem ich um 18.30 das bereits dritte Zäpfchen gelegt bekam, hielt ich die Schmerzen nur noch bedingt aus und bat gegen 19.00 Uhr darum, dass man mir ein Schmerzmittel geben sollte, welches ich als Tropf erhielt.
Melli kam kurz darauf und war sehr verwundert, dass ich bereits am Tropf hing.

Um 20.00 Uhr erschien die Hebamme nochmal, um mich zu untersuchen. Sie konnte feststellen, dass der Muttermund mittlerweile sehr weich, aber immer noch nicht offen sei. Sie war - ebenso wie Melli und ich - der festen Überzeugung, dass die Geburt entweder in der Nacht oder am frühen Morgen losgehen würde.
Sie versprach zu ihrem Feierabend um 21.15 Uhr nochmal mit der ablösenden Hebamme vorbeizuschauen und sich dann auch von mir zu verabschieden, da sie im Anschluß zwei freie Tage hätte.
Ich war ein wenig betrübt, denn ich mochte sie sehr gerne und kam gut mit ihr zurecht. Meinen Einwand, dass ich die Geburt bis zum Feierabend wohl nicht schaffen würde, quittierten sie und auch Melli mit einem Schmunzeln.

Doch es kommt ja bekanntermaßen immer anders als man denkt. Bevor sie ging, habe ich ihr noch gesagt, dass die Schmerzen so stark seien, dass ich lieber die Schmerzpumpe hätte.

Der Anästhesist war sehr schnell vor Ort und legte diese an. Mittlerweile war mir auch noch ein anderer Zugang gelegt worden, da der ursprüngliche nur dann lief, wenn ich den Arm überstreckt habe.
Die Erklärung von Dr. Kasper nahm ich nicht wirklich wahr, denn die Wehen hatten stärker eingesetzt und ich war sehr auf mich konzentriert.

Um kurz vor 21 Uhr ging es dann sehr heftig los und ich spürte, dass es nicht mehr lange dauern könnte, bis Valentin kommt.
Dem war auch so. Mit zwei sehr starken Presswehen brachte ich meinen Sohn auf die Welt. Melli hing mehr als schnell am Telefon, um die Hebammen zu informieren und ich weiß bis jetzt nicht, ob sie geflogen sind, aber sie waren ruck zuck da.
Eigentlich wollte Melli bei der Geburt nicht dabei sein und jetzt war sie es doch, weil alles so überraschend schnell ging. Sie hat nach Eintreffen der Hebammen den Raum verlassen und wie ich im Nachgang erfahren habe, wurde sich durch die Schwestern ganz lieb um sie gekümmert.

Währenddessen ver- und umsorgten mich die Hebammen. Nabelten meinen Sohn ab und bereiteten mich auf die Kürettage (Ausschabung)vor, die unter Vollnarkose gleich im Anschluß durchgeführt werden sollte bzw. musste.

Meinen Sohn konnte und wollte ich in diesem Moment nicht sehen...zu groß war der Schmerz. Obwohl ich noch unter dem Schock der schnellen Geburt stand war mir klar, dass das jetzt quasi der Abschied war.

Die Hebammen nahmen meinen Sohn mit und auch die Kuscheldecke, die Melli für ihn genäht hatte, sowie seinen ersten und einzigen Schnuller, der die Aufschrift "Volunteer FIREFIGHTER Valentin" trägt. Ich habe dann noch darum gebeten, dass sie auch meine Digitalkamera mitnehmen und Fotos von ihm machen. Auch das taten sie gerne.

Ich wurde dann in den OP gebracht und Melli durfte mich bis zur Türe begleiten. Dann war ich mit dem OP Team alleine und alles ging sehr schnell. Dr. Kasper erklärte mir, was jetzt passiert und das ich in ca. 30 Minuten wieder in meinem Zimmer wäre.

Noch im OP-Saal wurde ich wieder wach und wusste, dass ich wieder einen Schritt weiter bin. Ich wurde nach oben gebracht und Melli blieb noch bei mir. Wir weinten gemeinsam um Valentin, waren aber auch erleichtert - sie genauso wie ich - dass es nun endlich vorbei war. Damit meine ich in erster Linie das kräftezehrende Warten und die Anspannung. Ich konnte noch etwas mehr loslassen.
Die Hebamme kam dann nochmal und brachte mir meine Kamera sowie einen Umschlag mit den Bildern von Valentin vorbei. Sie sagte mir, dass ich jederzeit anrufen könnte, wenn ich meinen Sohn sehen wollte, aber dazu war ich nicht in der Lage. Vielleicht auch noch nicht wirklich bereit. Ich weiß es nicht. Es war komisch und schön zugleich auf dem Umschlag seinen vollen Namen zu lesen. In der Nacht hätte ich für dieses Gefühl keine Worte finden können, heute schon: Ich war schlicht und einfach stolz! Auf meinen Sohn, auf meine Freundin und auf mich!

Melli verabschiedete sich gegen Mitternacht. Sie brauchte die Ruhe genauso dringend wie ich auch. Außerdem wusste ich ja, dass ich sie am nächsten Morgen wiedersehen würde.

Gegen 1 Uhr kam die Nachtschwester und brachte mir zwei Tabletten, die ich nehmen musste, damit kein Milcheinschuß stattfindet. Sie nahm dann auch gleich den Tropf wieder ab, der mittlerweile durchgelaufen war. Dieser hatte dazu gedient, noch kleinere Kontraktionen der Gebärmutter auszulösen, damit sich diese wieder zusammenzieht.

Die Nacht war unruhig und ich fand nicht in den Schlaf. Zu viel ging mir im Kopf herum.

Am frühen Vormittag war Melli dann wieder da und auch die Seelsorgerin traf kurz danach ein. Sie hat dann mit mir die Einzelheiten zu Valentin's Segnung besprochen. Ich habe mich dazu entschlossen ihn in der Kapelle segnen zu lassen und ihn dort nicht nur das erste und einzige Mal zu sehen, sondern auch gleichzeitig Abschied zu nehmen.
Melli hatte für sich ebenfalls beschlossen der Segnung beizuwohnen und Valentin zu sehen.

Wir verabredeten uns für 10.30 Uhr in der Kapelle.

Dort angekommen hatten Melli und ich dann einen Moment, um uns zu sammeln bevor die Seelsorgerin mit Valentin in einem kleinen Weidenkörbchen kam. Dieses war zu Beginn noch abgedeckt und stand auf dem Altar. Alleine dieser Anblick ließ mich in Tränen ausbrechen und auch Melli erging es nicht viel besser. Irgendwann nahm die Seelsorgerin das Körbchen auf den Schoß und setzte sich neben mich. Doch es dauerte noch endlos lange Minuten bevor ich bereit war ihr mitzuteilen, dass sie ihn nun aufdecken könnte. Und selbst dann konnte ich nicht sofort hinsehen. Als ich es dann endlich tat überkam mich eine Welle der Gefühle. Stolz, Liebe, Trauer, Wut...alles zugleich!
Der Tränenstrom wollte nicht versiegen.
Ich hörte Melli neben mir schluchzen und es tat irgendwie gut in dem Moment nicht allein zu sein. Sie hat ihm dann noch eine Schutzengel-Kette mit auf den Weg gegeben, die ich ihrer Tochter zur Geburt geschenkt habe. Eine schönere Geste gibt es wohl nicht.

Die Pfarrerin sprach den Segen und der Abschied rückte wieder näher.

Dann kam der Moment vor dem ich so große Angst hatte: ich war mit meinem Sohn alleine. Ich wusste nicht, ob ich etwas sagen sollte oder nicht. Und wenn ja was. Doch komischerweise fielen mir dann doch die passenden Worte ein. Sehr lange habe ich ihn mir angesehen und alles an seinem kleinen Gesicht in mein Gedächtnis aufgenommen.

Als ich die Kapelle verließ und meinen Sohn zurückgelassen habe, konnte ich Stiche im Herzen spüren, wie es wohl nur eine Mutter tut.

Trotz der Umstände weshalb wir uns dort versammelt hatten kann ich heute sagen, dass es ein sehr schöner und würdevoller Abschied war.

Melli und ich konnten beide nicht viel sagen und hingen unseren Gedanken so nach, bis sie sich verabschiedet hat und nach Hause fuhr.

Zurück auf der Station fragten mich die Schwestern immer und immer wieder ob alles in Ordnung sei und sie noch irgendwas für mich tun könnten. Aber was hätte ich sagen sollen? Es gab in dem Moment ja nichts, was man hätte tun können.

Freitag vormittag war dann die Stationsärztin zur Abschlußuntersuchung da und sagte mir, dass ich nach Hause könnte, sobald die Blutergebnisse da und die Papiere fertig seien.
Ich erhielt nochmal Besuch von der Seelsorgerin, die mir ein wunderschönes Geschenk mitgebracht hat. Es ist ein Holzkreuz, dass aber genauso gut ein Engel sein könnte. Dies lag während der Segnung bei Valentin auf dem Altar.

Gegen 10 Uhr erhielt ich meine Papiere und schon kurze Zeit später habe ich das Krankenhaus verlassen.

Fazit

Auch wenn es zu Beginn Schwierigkeiten aufgrund von irritierenden Informationen und meiner Ungeduld gab, so kann ich im Nachgang sagen, dass ich mich im EVK mehr als nur gut aufgehoben fühlte.

Das Pflegepersonal der Station 5a hat mich einen Tag lang hervorragend betreut. Die Schwestern auf Station 5b haben mir immer das Gefühl gegeben, dass sie alle Zeit der Welt für mich hätten und alles für mich tun, damit ich mich unter den Umständen gut fühle. Ebenso wie sie sich um mich gekümmert haben, waren sie auch für Melli da. Es gab nie Diskussionen darüber, ob Melli bleiben könnte und wenn ja wie lange. Sie wurde genauso umsorgt wie ich.

Die Hebamme Bärbel Kling war mir eine große Stütze und hat mir medizinisch und seelisch geholfen.

Pfarrerin Eva Güther-Fontaine hat mir in täglichen Gesprächen immer wieder aufgezeigt, dass ich eine gute Mama bin und für Valentin und mich das bestmögliche getan habe.

Ich habe in den fünf Tagen gelernt, dass man im EVK nicht "nur" Patientin ist, sondern in erster Linie immer noch Mensch. Eine schöne Erfahrung, die ich gern unter anderen Umständen gemacht hätte.

Danke für die aufmunternden oder mitfühlenden Worte.
Danke für die kleinen Gesten, die es manchmal leichter gemacht haben.
Danke für die hervorragende Betreuung von Melli, die mir während dieser Tage immer zur Seite stand.
Danke für den würdevollen Rahmen, der uns beim Abschied von Valentin geboten wurde.

Einfach ein herzliches DANKE für alles, was für meinen Sohn und mich getan wurde!






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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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