Valentin - mein kleiner Prinz
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Melli's Brief an Valentin
Melli's Brief an Valentin


Lieber Valentin,

Deine Mama hat sich mit den Briefen an Dich einen Weg geschaffen, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, ich versuche es jetzt auch einmal, vielleicht hilft er mir auch aus meiner Sprachlosigkeit.

Ich kenne Deine Mama nun schon ein bisschen länger, und ich bin ihr sehr dankbar, denn ich weiss genau, wenn sie vor einer sehr langen Zeit nicht bei mir gewesen wäre, dann wäre mein Leben heute nicht so, wie es ist.

Sie ist einer dieser besonderen Menschen, die man nicht oft im Leben kennenlernt. Man sagt vielleicht dazu "harte Schale, weicher Kern".

Sie hört aber auch genau die Zwischentöne, hilft, wenn es sein muss, hat aber auch den Mut, einen Tritt in den Allerwertesten zu verteilen, wenn sie es für notwendig erachtet, und es dann auch notwendig ist.

Davon abgesehen, hat sie schon mal
-meine eigene Feigheit ausgebügelt, damit für mich meine Hochzeit gerettet,
-meine Ohren mit mehrfach Rockmusik malträtiert
-und den Abend mit einem "Kanisterkopp" und einem verrückt gewordenen Telefon werde ich im Leben nicht vergessen......

Diese Zeiten liegen nun hinter uns, aber daraus geworden ist eine Freundschaft, die nicht viele Worte und Schönwetter braucht, sondern auch was aushält.

Als Deine Mama mir erzählt hat, dass Du unterwegs bist, hatte ich vorher schon eine kleine Ahnung, aber als ich das Strahlen in ihren Augen gesehen habe, habe ich erstmal geweint. (Nun gut, dass mache ich eigentlich sehr oft, aber hier war es schon etwas besonderes). Weisst Du, Deine Mami hatte es nicht immer leicht im Leben, eigentlich hat sie es "knüppeldicke" gehabt, so dass ich nun dachte "Jetzt wird alles gut". Klar, man denkt schon, wie wird es für sie werden? Aber wenn ich sie so gesehen habe, und gesehen habe, wie sehr sie sich auf Dich freute, dann war ich mir sicher.

Ich habe schon geplant, wie es so meine Art ist, und ich habe mich auch schon richtig gefreut, und gehofft, Deinen Kinderwagen auch mal durch die Gegend schieben zu können.

Wir hatten schon ein Bettchen für Dich organisiert, und ich hätte es sogar fast geschafft, Deine Mami zu überreden, dass ich so einen richtigen, kitschigen, Betthimmel für das Bett nähen darf.

Ich habe sogar schon kleine Stoffherzen hier, die ich darauf gestickt hätte.....

Bis unser Traum sich in einen Alptraum verwandelt hatte.

Noch immer bin ich sprachlos und wütend und ich habe keine Worte dafür, wie leid es mir tut, was mit Dir und Deiner Mama gerade passiert.
Ich bin geschockt, will so gerne helfen, kann es nicht glauben und weiss doch nicht, was ich machen soll.

Wie sehr sich Deine Mami mit der Entscheidung quält, wie tapfer sie ist, das kann ich hier nicht mit Worten beschreiben. Ich habe absolute Hochachtung vor ihr, und ich bin sicher, dass Du bestimmt sehr stolz auf sie wärst.
Ich würde mir wünschen, dass alles nur ein böser, fieser Alptraum wäre, ich morgen ins Büro komme, und mal kurz was aus dem Schrank hole, und dabei abchecke, wie es Deiner Mami geht. Leider ist es nicht so....


Ich bin so stolz, dass ich Deine Patentante sein darf, auch wenn ich unendlich traurig und sauer bin, dass ich Dich nicht bei Deiner Taufe in den Armen halten kann,
Dich nicht am Wochenende beim Übernachtungsbesuch mit Süßigkeiten vollstopfen kann, die Du Zuhause nicht bekommst,
und dass ich Deinen Schulranzen nicht kaufen darf.
Ich glaube, ich würde sogar noch einen Versuch unternehmen, das geradeaus Fussball schiessen zu lernen, weil man das mit Jungs ja macht....

Das ist nicht fair.

Noch mehr würde ich mir aber wünschen, dass Du Deiner Mama sagen könntest, dass sie die richtige Entscheidung für Euch trifft.

In einem Brief an Dich hat sie geschrieben, dass ihre Entscheidung, vielleicht gegen ihre Auffassung von Mutterliebe verstößt, aber ich denke, das ist doch gerade die Liebe einer Mutter :"Schlimmes zu verhindern"

Das zu tun, auch gegen alles Widerstreben, zeigt ihre unglaubliche Stärke in dieser Situation. Es ist so schade, dass Du ihr das nicht sagen kannst, aber ich denke, Du hast ihr den Weg gezeigt, indem Du sie für diese Entscheidung ausgewählt hast.

Mein liebes Patenkind, das ich nicht kenne, ich schliesse nun. Ich sticke nun die Herzen auf eine weiche Decke, die Dich auf Deinem Weg zu den Sternen begleiten wird.

Glaub mir, ich hätte Dich so gerne kennengelernt.

Deine Melli
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  Update am 21.08.2015 in Briefe an Valentin / 73. Brief an Valentin  
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